Auf dieser Seite finden Sie Anregungen, Erfahrungen und  Themen die unsere Hunde betreffen          

Gesundheit:                                                                              

Avokados für meinen Hund ???

Nein, auf keinen Fall ! Es gibt verschiedene Avokado-Arten. Für den Menschen sind alle Arten genießbar. Nicht so für den Hund! Manche Sorten enthalten das Toxin Persin und können daher für einen Hund tödlich sein. Das Toxin kann  Organschäden verursachen, u.a. schwere Herzmuskelschädigung. Aber auch von anderen Tieren sind Vergiftungserscheinungen wie Atemnot, Husten, Wassereinlagerungen und erhöhte Herzfrequenz bekannt. Die ganze Pflanze enthält Toxine und darf von Tieren nicht verzehrt werden.  
Mehrmals gefüttert kann es zum
Tod des Hundes führen, denn eine speziefische Behandlung ist bisher nicht möglich.

Wußten Sie schon, daß es Lebensmittel gibt die für den Menschen unbedenklich und bekömmlich sind, die Gesundheit eines Hundes aber ernshaft gefährden und beeinträchtigen können weil sie für ihn giftig sind? Dazu gehören:
Weintrauben, Rosinen, Schokolade, Zwiebeln, rohe Bohnen, grüne oder gekeimte Kartoffeln und Knoblauch.

Schweinefleisch (für Lundehunde tabu) sollte nie roh gefüttert werden. Es kann Viren enthalten die dem Menschen nicht schaden, für Hunde aber gefährlich sein können. - Besonders beliebt bei vielen Hunden ist Fallobst, das sie in den Feldern oder im Garten finden. Bevorzugt werden Pflaumen, Kirschen, Mirabellen oder Pfirsiche. Werden die Kerne zerbissen, kann das gefährlich sein, denn das Kerninnere enthält Stoffe die für den Hund giftig sind. Ähnlich verhält es sich z. B. bei Hollunderbeeren oder vergorenen Obstabfällen. Wird eine bestimmte Menge davon verzehrt kommt es zu rauschähnlichen Zuständen. (Bei einem unserer Hunde verursachten die Beeren schwere Kreislaufprobleme und Schwindelanfälle).
Viele Pflanzen (auch Zimmerpflanzen) enthalten Giftstoffe die für den Hund - oftmals aber auch für Menschen - schädlich oder sogar gefährlich sein können. Hier einige Arten:
Maiglöckchen, Tollkirsche, Engelstrompete, Oleander, Rhododendron, Roßkastanie, Weihnachtsstern, Alpenveilchen, Blumenzwiebeln, Lilien, Buchsbaum, Eibe (besonders die Nadeln), Philodendron, Stechpalme, Efeu, Lebensbaum (Thuja), Rizinus (besonders die Samen) und Goldregen.
Gehen Sie oft und gerne mit Ihrem Vierbeiner im Wald spazieren? Auch hier sollte man unbedingt darauf achten, dass der Hund nichts frißt was ihm schaden könnte. Nachtschatten-und Wolfsmilchgewächse wie auch Farnarten usw. enthalten Gifte. Viele Pilzarten (auch wenn z. B. Schnecken sie vertragen) sind sowohl für Mensch wie Hund ungeniesbar, schädlich oder gefährlich.
Frißt ein Hund Schneckenkorn ist seine Überlebenschance gering !
Nun möchte ich noch ein Gift erwähnen das besonders heimtückisch ist: Rattengift ! Erst nach ca.      2-4 Tagen treten die Symptome in Erscheinung. Dazu gehören Erbrechen, starker Durchfall mit Blut vermischt (das Gift verdünnt das Blut so stark, dass das Tier innerlich verblutet), die Schleimhäute im Maul sind grau oder fast farblos, schwere Herz-und Kreislaufprobleme sind die Folge. Bei ersten Anzeichen ist der Tierarzt sofort aufzusuchen, nur so bleibt dem Hund eine Chance zu überleben.

Zigaretten sind ebenfalls, wegen des Nikotingehalts, sehr gefährlich. Schon 2 sind für den Hund (je nach Größe) lebensbedrohlich. Symptome können u. a. Erbrechen, Kreislaufstörungen, Atemnot und Krämpfe sein. Oft ist der Tod eines Tieres nicht mehr zu verhindern.

Medikamente sollten für ein Tier unerreichbar sein. Besonders Schmerz - oder Beruhigungsmittel können mehr oderminderschwere Symptome hervorrufen (Erbrechen, Blutungen, Bewustseinstrübung oder Durst) sind einige davon.



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Neue Info zu Einreisebestimmungen für Norwegen und Schweden
Der Hund benötigt einen Heimtierausweis, einen Chip und eine gültige
Tollwutimpfung (Schweden akzeptiert auch die dreijährige Impfung.). Das
Gültigkeitsdatum muss im Heimtierpass eingetragen sein.
Ausserdem ist für die Einreise eine Titerbestimmung (Antitollwutkörper)
erforderlich. Die Blutentnahme kann durch den heimischen Tierarzt vorgenommen
werden der das Blut an ein dafür anerkanntes Institut schickt. ****** (Für
Schweden keine Titerbestimmung mehr vom 1.1.2012) ******
Der Titer muss mindestens 0,5 IE/ml Anti-Tollwutkörper betragen. Für die
Titerbestimmung gibt es genau vorgeschriebenen Zeiten (die Bestimmung muss
frühestens 120 Tage aber spätestens 365 Tage nach der letzten Tollwutimpfung
erfolgen). Bei regelmäßiger Tollwutimpfung ist das normalerweise gegeben
Ist die Titerbestimmung erfolgt und ausreichend, wird sie in den
Heimtierausweis eingetragen und muss bei regelmäßiger Impfung (mindestens alle
365 Tage) nicht mehr wiederholt werden.
Weiterhin ist eine Entwurmung gegen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis)
und Zwergbandwurm (Hymenolepis nana) vorgeschrieben. Die Entwurmung muss
innerhalb von 10 Tagen vor der Einreise erfolgen und bestimmte Wirkstoffe
enthalten **** (keine Entwurmung für Einreise Schweden 1.1.2012). ***** Im
Einreiseland ist eine nochmalige Entwurmung unter Aufsicht eines Tierarztes
nötig. Die genauen Daten und Uhrzeiten der Impfungen und Entwurmungen werden im
Heimtierausweis eingetragen.
Ein Foto des Hundes im Heimtierausweis ist nicht vorgeschrieben.
****
The most important changes are:
Für Schweden keine Titerbestimmung mehr vom 1.1.2012
Keine Entwurmung mehr für Einreise Schweden 1.1.2012
Für Welpen Tollwutimpfung am 3 Monate und dann 3 Wochen zu Erwarten, dann darf
die Welpen auch Einreisen!
****
Ich bin nicht sicher ob Norwegen seine Bestimmungen zum 01.01.2012 ändert
                                                                                                       M. Kvarnstrøm



Tierkliniken in Norwegen:
1. Hamar dyreklinik, Vangsvegen 132, N-2318 Hamar, Tel. 62 59 66 39
2. Dyrehospitalet, Brynsveien 98, N-1352 Kolsås, 67 18 06 00
3. Norges Veterinærhøyskole, Ullevålsveien 72, 22 96 49 10
4. Strinda Smådyrklinikk, Vegamot 3, N-7048 Trondheim, 73 94 40 22
5. Grong Dyreklinik, Bergsmo, N-7870 Grong, 74 33 21 00

Krankheitsverlauf eines Befalls mit dem Lungenwurm Angiostrongylus Vasorum

14.11.08 Gewicht: 7,7 kg
Der Hund zeigt leichten Schnupfen, der nach ca. 8 Tagen durch Gabe von homöopathischen Mitteln weg ist.

3.12.08
Durchfall

5.12.08
Wässriger Durchfall. Er wird mit einem Fastentag, anschließend Haferschleim, Naturjoghurt und Bactisel HK behandelt. Daraufhin normalisiert sich der Stuhlgang. Der Hund ist während dieser Zeit putzmunter.

14.12.08
Der Hund wirkt abgeschlagen, frisst unregelmäßig, was sehr untypisch ist. Sonst hat er nie eine Mahlzeit ausgelassen. Ab und zu würgt er heftig, als ob etwas im Hals stecken würde, es kommt aber kein Auswurf.

15.12.08
Schläft viel auf der Seite, ist sehr matt

16.12.08 Gewicht: 7,3 kg
Zeigt morgens Muskelzittern im Bereich der Flanken/Hinterbeine, fiept leise.
Besuch beim Tierarzt:
Befund: starke Halsentzündung ohne Fieber
In der Praxis bekommt er eine Antibiotikumspritze, zu Hause bekommt er zwei Antibiotikumtabletten pro Tag.
Der Hund soll geschont werden.

18.12.08 Gewicht: 7,2 kg
Keine Besserung, Futter wird völlig verweigert, trinkt kaum und muss dann sofort würgen
Erneuter Besuch beim TA:
nach Abhören kein Befund auf der Lunge
weiteres Medikament: Entzündungshemmer und Schmerzmittel, damit er fressen kann
Untersuchung auf Lungenwürmer wird eingeleitet. Dafür sind drei Kotproben nötig.
Ins Futter bekommt er gekochtes Hühnchen, dadurch frisst er etwas besser.

22.12.08
Zustand nicht wesentlich besser, frisst unregelmäßig, ist abgeschlagen, Muskelzittern, kurze Atmung

23.12.08 Gewicht: 6,6 kg
Ergebnis der Kotprobe: keine Lungenwürmer, Überweisung zur Tierklinik

Besuch in der Tierklinik:
Zwei Röntgenbilder der Lunge zeigen, dass linke Lungenhälfte stark entzündet ist. Blutanalyse ergibt erhöhte Anzahl an weißen Blutkörperchen. Diagnose: Lungenentzündung
Antibiotikum wird täglich gespritzt
Erbrechen von Galle und Blut nach der Autofahrt.

25.12.08
Nur leichte Anzeichen auf Besserung:
Atmung wird etwas besser, frisst sehr wenig, zum ersten Mal wieder Wasser aufgenommen, Atemgeräusche auch ohne Stethoskop hörbar, Erbrechen von Galle nach der Autofahrt zur Klinik, danach heftiges Würgen.

27.12.08 Gewicht: 6,1 kg
Besuch in der Tierklinik:
Kontrollröntgenbild zeigt leichte Besserung, Antibiotikum wird weiter täglich gespritzt.

30.12.08
Dem Hund geht es immer besser, er wird aufmerksamer, frisst immer noch wenig

31.12.08 Gewicht: 6,3 kg
Besuch in der Tierklinik:
Kontrollröntgenbild zeigt, dass Entzündung sich auflöst, Knötchen sind zu sehen und müssen weiter beobachtet werden. Es wird auf Antibiotikum in Tablettenform umgestellt.
5.1.09
Abends geht es dem Hund schlechter. Er ist matt und frisst nicht. Würgt häufig.

6. und 7.1.09
Frisst nicht, liegt viel auf der Seite, Muskelzittern, würgt häufig.

8.1.09 Gewicht: 5,8 kg
Nachdem er eine Kleinigkeit gefressen hat, erbricht er sofort.
Besuch in der Tierklinik:
Überweisung an eine weitere Tierklinik, da TA zweite Meinung möchte.

9.1.09
Besuch in der anderen Tierklinik:
Eine Röntgenaufnahme nach oraler Verabreichung von Kontrastmittel wird durchgeführt, um zu sehen, ob die Speiseröhre funktioniert und der Hund überhaupt fressen kann. Kein Befund, der Hund könnte fressen.
Eine weitere Untersuchung auf Lungenwürmer wird angeraten.

10./11./12./13.1.09
Dem Hund geht es immer schlechter, Nahrung wird völlig verweigert, liegt matt auf der Seite, Würgen, Atemgeräusche

14.1.09
Befund der Laboruntersuchung:
massenhafter Befall mit Angiostrongylus Vasorum

15.1.09
Entwurmung mit Panacur beginnt.
Hund frisst nicht

16.1.09 6,2 kg
Vitamin-B-Spritze regt Appetit an. Daraufhin frisst der Hund.

20.1.09 6,2 kg
Besuch in der Tierklinik:
Panacur für weitere 10 Tage, zusätzlich Advocate (Entwurmungsmittel, das unter anderem gegen Angiostrongylus Vasorum wirkt) in den Nacken. Advocate soll nach 4 Wochen wiederholt werden. Vitamin-B-Spritze zur Appetitanregung. Hund frisst immer noch schlecht.

24.1.09
Besserung deutlich erkennbar. Hund spielt schon morgens, auf dem Spaziergang ist er sehr munter, rennt und schnüffelt viel, abends gierig gefressen!

29.1.09
Besuch in der Tierklinik: Gewicht: 6.1 kg
Röntgenbild zeigt immer noch entzündete Stellen in der Lunge.
Panacur für weitere 10 Tage, also insgesamt dann 25 Tage

ab 30.1.09
Hund wird immer lebhafter, Spaziergänge können ausgedehnt werden. Er ist sehr munter, springt, rennt und spielt und frisst wieder zwei Mahlzeiten am Tag.

4.2.09 Gewicht: 6,6 kg
Es geht ihm immer besser und er frisst regelmäßig.

8.2.09
Letzte Gabe von Panacur

9./10./11.2.09
Sammeln der Kotproben für die Kontrolluntersuchung auf Lungenwürmer

16.2.09
Ergebnis der Kotuntersuchung: negativ. Kein Nachweis von Lungenwürmern

17.2.09
Wiederholungsbehandlung mit Advocate. Weiterhin werden zur Kontrolle monatliche Kotuntersuchungen durchgeführt.
                                                                                                                                  
                                                                                                                                                                               von A. Behnisch

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Das Alter eines Hundes im Vergleich zum Menschenalter

hier findet ihr die neuen Erkenntnisse und Berechnungen

                                                                      Hundejahre                                     Menschenalter

Hunderasse:       bis 15 kg       15 bis 45 kg       über 45 kg
                             15 Jahre         10 Jahre              8 Jahre                       6 Monate
                             20 Jahre         18 Jahre            14 Jahre                       1 Jahr
                             24 Jahre         21 Jahre            18 Jahre                     18 Monate
                             28 Jahre         27 Jahre            22 Jahre                       2 Jahre
                             32 Jahre         33 Jahre            31 Jahre                        3 Jahre
                             36 Jahre         39 Jahre            40 Jahre                       4 Jahre
                             40 Jahre         45 Jahre            49 Jahre                       5 Jahre
                             44 Jahre         51 Jahre            58 Jahre                       6 Jahre
                             48 Jahre         57 Jahre            67 Jahre                       7 Jahre
                             52 Jahre         63 Jahre            76 Jahre                        8 Jahre
                             56 Jahre         69 Jahre            85 Jahre                        9 Jahre
                             60 Jahre         75 Jahre            94 Jahre                       10 Jahre
                             64 Jahre         80 Jahre           100 Jahre                       11 Jahre
                             68 Jahre         85 Jahre                ***                            12 Jahre
                             72 Jahre         90 Jahre                ***                            13 Jahre
                             76 Jahre         95 Jahre                ***                            14 Jahre
                             80 Jahre       100 Jahre                ***                            15 Jahre
                             84 Jahre            ***                       ***                            16 Jahre
                             88 Jahre            ***                       ***                            17 Jahre
                             92 Jahre            ***                       ***                            18 Jahre
                             96 Jahre            ***                       ***                            19 Jahre
                           100 Jahre            ***                       ***                            20 Jahre



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                                                   Das große Ulmer Hundebuch

Es umfasst in klaren Texten viel Wissenswertes über die Entwicklung, welcher Hund passt zu mir (Überlegungen vor dem Kauf), leben mit dem Hund, Erziehung (gutes Benehmen muß sein) und Beschäftigung, Hilfe bei Problemen, Freizeitpartner Hund, richtig und gesund ernähren, Pflege ind Gesundheit, Hundesenioren, der Verlust eines geliebten Tieres.

Menja mit Stock

Menja und Edda (aufrecht))

                                                                       *****

IL (Intestinal Lymfangiektasi) beim Lundehund

Was ist das? Es ist eine Erkrankung (früher "Lundehundsyndrom" genannt) die - nach neuen Erkenntnissen - bei allen Hunderassen vorkommen kann, aber beim Lundehund öfter auftritt als bei anderen Rassen. Die Krankheit wird ausgelöst durch Störungen in den Lymphknoten, es kann nicht genug Protein gebildet werden, überflüssige Gewebs-flüssigkeit wird nicht aus dem Körper abtransportiert. Dadurch entstehen Flüssigkeits-ansammlungen im Gewebe, meistens im Bauchraum. Es kommt zu Störungen im Darmbereich und bei der Nährstoffaufnahme, die Folge ist zunehmender Durchfall. Andere Symptome wie Erbrechen, Schlaffheit, Gewichtsverlust, austrocknen oder schlechtes Fell können ebenfalls auftreten. Bei ersten Anzeichen ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen. Mit einer strengen fettarmen bzw. fettlosen Diät haben die meisten Hunde gute Heilungschancen. Auf keinen Fall darf einem kranken Hund Trockenfutter, Milch oder Schwarzbrot gefüttert werden. Erlaubt sind z.B. Sauermilch, Naturjoghurt, Quark, gekoch-te Kartoffeln, Eigelb (hart gekocht) oder Heringe in Öl. Aber mein Rat lautet:                                             Beachten Sie die Anweisungen des Tierarztes !


                                     Expose    

Um vielen der Horrorgeschichten ( z. B. kurze Lebensdauer, kranke Rasse (IL), Diät erforderlich), die im Hinblick auf den Lundehund, insbesondere in Deutschland, teils aus Unkenntnis, aus Profilierungssucht, gegen besseres Wissen verbreitet werden, entgegenzutreten, hat Frau Espelien folgendes Exposé ausgearbeitet.


Gesundheitszustand beim Norsk Lundehund

Verfasst von Ingvild Svorkmo Espelien – Mitglied des Zuchtbeirats für den Norsk Lundehund in Norwegen, Diplombiologin (cand. scient. mit Schwerpunkt Genetik und Zellbiologie der NTNU in Trondheim) und tätig als Oberstudienrätin/ Dozentin für Kleintierkunde

1. Die speziellste Hunderasse der Welt?
Der Lundehund ist weiterhin eine weltweit eher seltene Hunderasse und möglicherweise die einzigartigste von allen. Alle heute lebenden Lundehunde stammen von einer kleinen Zahl miteinander verwandter Individuen ab. Die Mitglieder des Norsk Lundehund Klubb (NLK) betrieben in Norwegen all die Jahre eine planmäßige Zucht, um die genetische Vielfalt in der Zucht optimal auszuweiten. Da alle ursprünglichen Hunde, mit denen die Nachzucht begann, untereinander verwandt waren, war das wichtigste Ziel beim Züchten, die Zuchtrüden und Zuchthündinnen in größtmöglicher Variation zu paaren, so dass mit der Zeit neue Rekombinationen des Genmaterials der Lundehunde entstehen können. Allerdings muss uns klar sein, dass alle Hunde dieser Rasse mehr oder weniger verwandt sind. Man kann daher beim Lundehund nicht von Zuchtlinien sprechen.

2. Moderne Hilfsmittel für das Züchten von Lundehunden
Es wird empfohlen, sich durch Einsichtnahme/Abfrage der für die Rasse bestehenden Datenbanken sachkundig zu machen. Für eine Gesamtübersicht über die seit ca. 1970 in Norwegen registrierten Hunde wird auf die Datenbank des Norsk Kennel Klubs (NKK), DogWeb, hingewiesen. Dies ist die wichtigste Datensammlung für die Rasse Lundehund; den Züchtern wird geraten, sich durch Mitgliedschaft im NLK Zugang zu dieser Datenbank zu verschaffen. Andere gute und nützliche Datenbanken sind „SKK hunddata“ für die in Schweden registrierten Hunde sowie die Datenbank des DKK für die in Dänemark registrierten Lundehunde. Darüber hinaus gibt es zwei gute, von einer Privatperson erstellte Datenbanken, Anneli Häggbloms „Pedigree search“ und „Pawpeds“. Darin finden sich auch Bilder einzelner Hunde sowie Gesundheitsinformationen, wenn der Eigentümer solche bereit gestellt hat. Diese Datenbanken sind feine Hilfsmittel, aber erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weder hinsichtlich der jetzt lebenden registrierten Lundehunde noch betreffend die dort gespeicherten Gesundheitsinformationen. Sie können daher nicht verwendet werden, um die Erblichkeit bei Krankheiten herauszufinden bzw. zu bestimmen.

3. Eine der gesündesten Hunderassen der Welt?
Norsk Lundehund ist eine als gesund und munter geltende Rasse. Von anderen Hunderassen her bekannte Probleme kommen beim Lundehund nicht vor bzw. führen nicht zu Problemen. Bei dieser Rasse sind Hüftgelenksdysplasie (HD) oder Ellbogengelenksarthrose (AD) nicht bekannt. Weder Tierärzte, die die Rasse kennen, noch der NLK halten es für notwendig, diese Krankheiten oder ähnliche Skelettleiden zu registrieren. Augenkrankheiten sind bei dieser Rasse ebenfalls kein Problem.

Pflegeleicht und robust
Die Rasse ist auch sehr pflegeleicht und robust. Bei Wanderungen/Touren ist der Lundehund unermüdlich und hat kein Problem damit, sehr viel größeren Hunden über lange Strecken zu folgen. Deswegen ist der Lundehund ein populäres Maskottchen bei den Hundeschlittenführern/Mushern. Er verfügt über eine deutliche und sichere Sprache, die von den großen Hunden leicht verstanden wird, und ihm bereitet es keine große Mühe, ohne Leine pausenlos Dutzende von Kilometern neben gut trainierten Schlittenhunden wie Grönlandhunden oder Samojeden her zu laufen. Sein Fell schützt besser vor Kälte und Regen als es bei den meisten Hunderassen und insbesondere bei vielen Hunden seiner Größenordnung ansonsten der Fall ist.

Anatomische Eigentümlichkeiten
Die Rasse Norsk Lundehund weist eine Reihe von Eigentümlichkeiten im Hinblick auf die Anatomie auf, die bei keiner anderen Hunderasse vorkommen. Der Lundehund hat sechs Zehen an allen vier Pfoten und kann die Schultergelenke zur Seite und das Nackengelenk nach hinten bedeutend flexibler bewegen als andere Hunde. Diese Besonderheiten kamen den Lundehunden sehr zugute, als sie damals als Höhlenhund in den von Lunden/Papageientauchern bewohnten Geröllhalden der Vogelfelsen ihre Arbeit verrichteten.
Das Gebiss ist oft unregelmäßig und Vorbiss, insbesondere umgekehrtes Scherengebiss ist recht üblich. Gewöhnlich fehlen auch die kleinen Prämolaren. Dies ist in keiner Weise ein Handicap für den Lundehund und gilt nicht als ein Fehler/Mangel bei dieser Rasse. Ein perfektes Scherengebiss ist selten.

Norwegische Lundehunde können sehr alt werden
Lundehunde können ein hohes Alter erreichen. Viele werden älter als 12 Jahre, und es ist nicht ungewöhnlich zu hören, dass Lundehunde im Alter von mehr als 14 Jahren noch immer in guter Kondition sind. Lis Christensen hat neulich mitgeteilt, dass es in Dänemark viele Hunde gibt, die älter als 10 Jahre sind, und dass Lundestuens Frigga mit ihren mehr als 12 Jahren BIS in der Veteranklasse wurde).

4. Krankheiten beim Norsk Lundehund
Obwohl der Lundehund ein sehr gesunder Hund ist, kommen auch bei dieser Rasse Krankheiten vor. Die bei der Rasse auftretenden Krankheiten können teilweise darauf zurückgeführt werden, dass alle heute lebenden Lundehunde von wenigen und miteinander verwandten Individuen abstammen, also so genannte Inzuchteffekte vorliegen.

IL (Intestinal Lymphangiektasie)
Beim Lundehund gibt es eine Krankheit, von der schätzungsweise 10% der in Norwegen lebenden Lundehunde betroffen werden. Diese Schätzung basiert auf empirischen Daten, denn eine diesbezügliche Statistik gibt es gegenwärtig nicht. Der NLK verwendet auf Empfehlung der Tierärztlichen Hochschule Norwegens die Bezeichnung „Intestinal Lymphangiektasie“ (IL) für diese Krankheit. Der Begriff „ Lundehundleiden“ oder „Lundehundsyndrom“ wurde früher ebenfalls benutzt. Diesen Ausdruck halten wir nicht für ganz glücklich. Tierärzte, die die Rasse nicht näher kennen, tendierten dazu, die Diagnose Lundehundleiden bei jedem Lundehund zu stellen, der mit Magen-Darm-Symptom in die Praxis kam, und dadurch sind einige Lundehunde falsch behandelt worden. Die Krankheit ist ferner bei anderen Hunderassen und bei ganz anderen Arten als Hunden bekannt. IL gibt es bei einer Reihe von Hunderassen, u.a. Basenji, Schäferhund, Grönlandhund, Großer Münsterländer, English Setter, und kommt sporadisch in den meisten Hunderassen vor. Diese Krankheit ist von Rindern her bekannt und kommt auch bei Menschen vor. Jytte Nysom hat neulich mitgeteilt, dass IL bei Basenji häufiger zu finden ist als beim Lundehund!
IL ist ein Zustand, bei dem die Lymphsysteme im Körper, und hier speziell der rundum den Darm angeordnete Teil der Lymphgefäße, nicht funktionieren und verstopfen, so dass die Lymphflüssigkeit austritt und in den Darm und das umliegende Gewebe gelangt. Ursache davon kann entweder eine angeborene anormale Entwicklung der Lymphgefäße oder aber eine Entzündungsreaktion oder ein Geschwulst sein. Man hat gegenwärtig keinen Anhaltspunkt zu sagen, dass IL beim Lundehund ein angeborener Zustand sei.

Symptome – den Tierarzt hinzuziehen!
Symptome für IL beim Lundehund sind gerne Durchfall und Erbrechen, wie auch Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle oder bei anderen Organen wie im Herzbeutel. Sofern sich dort Flüssigkeit ansammelt, zeigt der Hund nicht Durchfall und Erbrechen als die ersten Symptome, sondern stattdessen Symptome für Herzversagen (akut krank mit Kurzatmigkeit, blauen Schleimhäuten und Torkeln/instabilem Gang). In beiden Fällen ist es sehr wichtig, schnell zu einem Tierarzt zu kommen; und ebenso wichtig ist es, den Tierarzt darauf aufmerksam zu machen, dass der Hund IL haben kann. Die Symptome können an Vergiftung denken lassen und werden oft damit verwechselt.
Die Ursache für das Entstehen dieser Krankheit ist nicht gänzlich bekannt, hingegen sind eine Reihe von Faktoren und Symptomen, die mit dieser Krankheit in Verbindung gebracht werden, bekannt. Der kranke Hund hat eine anormale Erweiterung und Verstopfung der Lymphgefäße im Darm. Das Lymphsystem hat die Aufgabe, überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe abzutransportieren wie auch als Kläranlage für Bakterien und bei Entzündungszuständen zu fungieren. Im Darm und rundum letzteren ist die Lymphe milchig weiß, denn nährreiche Flüssigkeit, mit viel Fett, wird aus dem Darm aufgesaugt. Bei IL versagt dieses Aufsaugen. Das Blut muss eine gewisse Konzentration an Proteinen, einschließlich Albumin enthalten, um seine Aufgabe erfüllen zu können, Sauerstoff und Nährstoffe sowie Flüssigkeit in alle Gewebe hinein zu transportieren. Bei IL wird eiweißreiche und fettreiche Lymphe nicht in die Blutgefäße aufgesaugt, sondern leckt in den Darm über.
Dieser Zustand wird in Englisch als „protein losing enteropati“ bezeichnet. Der Proteinverlust führt zu gesteigerter Produktion von Proteinen in der Leber und dort zu einer erhöhten Belastung. Wenn der Verlust an Proteinen die Fähigkeit der Leber zur Produktion neuer Proteine übersteigt, entsteht Proteinmangel im Blut (Hypoproteinämie). Dies hat Auswirkung auf das osmotische Gleichgewicht im Blut, und Flüssigkeit tritt aus ins Gewebe und in Körperhöhlen. Das gilt besonders für die Bauchhöhle, in der ziemlich viel Flüssigkeit angesammelt werden kann, wonach sie sich „prall“ und voll anfühlt. Wie bereits erwähnt kommt es bei einigen Hunden auch zu bedeutenden Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel oder in der Brusthöhle, was wiederum eine wesentliche Belastung für das Herz mit sich bringt, wodurch es zu Herzversagen kommen kann, wenn keine rasche Behandlung erfolgt. Bei vielen der an IL erkrankten Hunde entstehen auch Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut, was den Hund dick aussehen lässt, wobei er sich weich und wabbelig anfühlt.
Infolge der Entzündungsreaktion im Darm werden die Darmzotten geschädigt. Dadurch wird die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm zusätzlich reduziert, Flüssigkeit sickert in den Darm hinein, und der Hund bekommt kräftigen, anhaltenden, wasserartigen Durchfall. Ein Hund mit chronischer IL kann Durchfall und Erbrechen mit explosionsartigem Auswurf haben. Er magert ab, das Fell wird unansehnlich. Der Hund wird träge und verliert Muskelmasse.

Klinische Befunde
Der Hund sollte von einem Tierarzt behandelt werden, der Erfahrung in der Behandlung von IL bei Lundehunden hat. Durch Bluttest wird zu geringer Gehalt an Proteinen im Blut nachgewiesen. Die Werte für
Albumine sowie Globuline sind niedrig. Der Hund hat ebenfalls häufig zu wenig Calcium und Cholesterin im Blut. Er hat zu wenig weiße Blutkörperchen (Lymphozyten). Calcium geht über den Darm gebunden an Albumin verloren, Cholesterin wird niedrig, weil Fett über den Darm verloren geht und schlecht aufgenommen wird.

Ursachen
Der Grund dafür, dass einzelne Lundehunde IL entwickeln, ist nicht bekannt. Praktische Erfahrung von Lundehundbesitzern deutet darauf hin, dass der Hund vor dem Krankheitsausbruch häufig irgend eine Form von akuter oder chronischer Stressbelastung erlebt hat. Als Beispiel sei psychischer Stress in der Lebensumwelt des Hundes angeführt.
Lundehunde in großen Zwingern haben eine leidige Tendenz, diese Krankheit zu entwickeln. Dies kann dadurch begründet sein, dass der Hund mit seinen Artgenossen mehr um den Kontakt zu den Menschen und um eine gute Position im Rudel konkurrieren muss. Es kann auch darauf beruhen, dass beim Zusammenleben so vieler Hunde eine erhöhte Ansteckungsgefahr entsteht. Bei einzelnen Hunden kam es zum Ausbruch von IL auch in Verbindung mit intensiven Wettbewerbsaktivitäten wie z. B. Ausstellungen. Hunde, die angefahren wurden, von anderen Hunden angegriffen und verletzt wurden oder Unfällen wie Biss einer Natter oder ähnlichem ausgesetzt waren, bekommen oftmals IL kurze Zeit danach. Über den Ausbruch von IL kurz nach einer Antibiotika-Kur wurde berichtet, ohne dass sich etwas darüber sagen lässt, ob die Antibiotika zu IL geführt haben. Es kann ebenso gut die Infektion des Hundes, gegen die mit Antibiotika vorgegangen wurde, als Ursache des IL-Ausbruchs angenommen werden. Es besteht kein Grund, einen Hund, der an IL erkrankt war und wieder gesund ist, aus der Zucht raus zu nehmen.

Die Ernährung von Lundehunden
Viele haben darauf hingewiesen, dass IL etwas mit der Ernährung des Hundes zu tun haben könne. Die Mehrzahl der Hundebesitzer füttern heute ihre Hunde mit Trockenfutter. Ein gutes Trockenfutter ist für einen gesunden Lundehund normalerweise gut geeignet; auf billigste Produkte sollte jedoch stets verzichtet werden. Man sollte darauf achten, einen Futtertyp auszuwählen, bei dem die verschiedenen Nährstoffe in mengenmäßig richtigem Verhältnis zu einander und in Relation zu dem Aktivitätsniveau des jeweiligen Hundes stehen. Ein Hund, der viel physisches Training absolviert, benötigt ein Futter mit ziemlich hohem Anteil an Proteinen und Fett. Ein sich sehr ruhig verhaltender Hund hat geringeren Bedarf an Proteinen und Fett. Ist der Hund viel in der Kälte draußen auf Touren, braucht er eine gewisse Menge Fett. Wünscht man den Hund mit selbst zubereitetem Futter zu ernähren, ist eine Kost mit hellem Fleisch wie Hähnchen sowie Fisch ( nicht zuviel Seelachs) als wichtigste Quellen tierischer Proteine zu empfehlen.

Vererbung
Es gibt ganz sicher u. a. einen erblichen Faktor betreffend das Auftreten von IL beim Lundehund. Das wissen wir, weil beim Lundehund häufiger IL zutage tritt als bei vielen anderen Rassen. Findet man ein gehäuftes Auftreten einer Krankheit innerhalb einer Gruppe von Individuen, die näher miteinander verwandt sind, im Vergleich zu einer zufälligen Auswahl einer Population, gilt die Krankheit als genetisch bedingt. Wir wissen demgegenüber nichts darüber wie IL vererbt wird. Es sieht ganz deutlich danach aus, dass mehrere Gene involviert sind, denn die Krankheit tritt in unterschiedlichem Alter und mit variierenden Symptomen sowie in unterschiedlichem Ausmaß bei den einzelnen Individuen zutage. Es scheint auch klar zu sein, dass lediglich eine gewisse Disposition für die Entwicklung von IL vererbt wird, nicht aber die Krankheit als solche. Zusätzlich zu dem erblichen Moment müssen ein oder mehrere Milieufaktoren in der Lebensumwelt des Hundes vorhanden sein, die den Ausbruch der Krankheit dann verursachen. Eine solche Kombination von Vererbung und Milieu wird gern als „multifaktoriell-polygenetisch“ bezeichnet.



Lässt sich IL wegzüchten?
Hinsichtlich IL gibt es ganz klar individuelle Unterschiede. Die aller meisten Lundehunde (vielleicht rund 90% in Norwegen) bekommen niemals IL. Und dies trotz der Tatsache, dass sie sowohl psychische als auch physische Belastungen unterschiedlicher Art erleben. Ich habe mehrere Versuche unternommen, das Vorkommen von IL zu registrieren und nach gemeinsamen Verwandten zu suchen, um zu sehen, ob die Krankheit innerhalb einzelner Familien häufiger auftritt. Diese Untersuchungen habe ich teilweise aufgrund von Hinweisen erfahrener Züchter durchgeführt, die im Hinblick auf die Zucht um Rat baten. Aus allen meinen Untersuchungen ging hervor, dass die an IL erkrankten Hunde ganz zufällig und ohne irgendein Muster innerhalb der Rasse vorkommen. Eine Untersuchung verwandtschaftlicher Beziehungen bei Hunden mit IL hat ebenfalls ergeben, dass es nicht möglich ist, Il wegzuzüchten, indem man einzelne Hunde aus der Zucht ausschließt, da alle Lundehunde weiterhin so nahe verwandt sind, dass wir dann sämtliche Individuen dieser Rasse ausschalten müssten.
IL kann jederzeit im Leben des Hundes, angefangen im Alter von 4-6 Monaten, aber auch bei ziemlich alten Hunden ausbrechen. Somit versteht sich von selbst, dass IL schwerlich wegzuzüchten geht. Das Vererbungsmuster für die IL-Disposition innerhalb dieser Rasse ist nicht bekannt, und es ließe sich sehr schwer berechnen. Dies zumal eine relativ große Anzahl erkrankter Hunde mit gesicherter Diagnose notwendig ist, um dies untersuchen zu können. Es sieht auch danach aus, dass beim Auftreten von IL ein gewisses „Ansteckungsmoment“ vorliegt, denn mehrere Züchter berichteten, dass IL bei mehreren Hunden gleichzeitig ausbrach, und diese waren nicht nahe verwandt. Bei uns bekam ein Samojede IL, während einer unserer Lundehunde IL hatte; hingegen waren die übrigen Hunde in der Familie gesund.



IL und genetische Variation
IL ist eine Krankheit, die mit der Immunabwehr in Verbindung steht. Das Lymphsystem ist ein Teil der Immunabwehr des Hundes. Wir wissen, dass eine gute Immunität bei einer Hunderasse einen gewissen Grad an genetischer Variation voraussetzt. Das weist darauf hin, dass ein Zuchtprogramm, das Inzucht reduziert, zu verringertem Auftreten von IL führen kann, weil wir eine breitere genetische Variation erzielen, wodurch die Immunität in der Rasse verbessert wird.


Behandlung von Lundehunden mit IL
Es ist sehr wichtig, sich an einen Tierarzt zu wenden, wenn ein Hund eines der beschriebenen Symptome aufweist. Dieser Tierarzt sollte mit der Rasse vertraut sein. Einige Tierärzte halten es für ratsam, IL durch Darmbiopsie nachzuweisen. Die Darmzotten bei einem an IL leidenden Hund sind mit milchigweißer Lymphe angefüllt und sind darüber hinaus geschädigt, so dass die Morphologie verändert ist. Lassen Sie niemals eine Darmbiopsie vornehmen! Eine Darmbiopsie bringt unnötiges Leiden und Stress infolge des Eingriffs mit sich und kann den Hund viel kränker machen. Ein solcher Eingriff ist keine Behandlung und ist völlig unnotwendig für die Diagnose. Ganz im Gegenteil kann der Stress des Eingriffs dem kranken Hund zu viel werden, so dass er dabei stirbt. Die Diagnose IL wird anhand der Messung der Blutproteine gestellt, und eventuell werden die Messungen der Blutwerte eine Zeitlang verfolgt, und daneben wird der generelle Gesundheitszustand des Hundes untersucht. Bluttests eines Lundehunds weisen ganz anormale Blutwerte auf. Ein Tierarzt, der mit diesem Zustand nicht vertraut ist, kann annehmen, der Hund liege im Sterben als Folge von Organversagen, und vorschlagen, den Hund einzuschläfern. Bei richtiger Behandlung des Hundes wird er hingegen normalerweise wieder ganz gesund.
Der Hund benötigt über kurze oder längere Zeit Kortison und muss eine Zeit lang Diätkost erhalten. Oft wird auch Vitamin B (Folsäure) injiziert. Einige bekommen Antibiotika, um Infektionen zu stoppen, durch die die Krankheit noch komplizierter wird. Ablassen von Flüssigkeit aus der Bauchhöhle kann zu rascher Besserung führen, wenn der Hund einen hohen Druck im Bauchraum erkennen lässt. Diuretika (harntreibende Mittel), Antidiarrhöika (stopfende Mittel) und Mittel zur Linderung des Brechreizes werden häufig bei akut erkrankten Hunden verabreicht. Normalerweise wird der Hund wieder gesund, und die meisten können nach gewisser Zeit zu ihrer üblichen Kost zurückkehren. Andere brauchen mehrere Jahre eine speziell angepasste Kost. Sehr wenige Hunde sterben an dieser Krankheit. Dies betrifft insbesondere Hunde, die zusätzlich andere Probleme bekommen wie Magen-Darm-Infektionen, Krebs oder Herzversagen.

Diät für Lundehunde mit IL
Sofern ein Hund an IL erkrankt, ist eine Diät erforderlich. Ein für die Behandlung von IL kompetenter Tierarzt kann hinsichtlich der Diät gute Ratschläge erteilen. Gewöhnlich ist es richtig, den Hund mit einer Diät ganz ohne Trockenfutter oder mit einem beim Tierarzt erhältlichen Spezialtrockenfutter zu füttern, bis die Krankheit unter Kontrolle ist. Eine Diät bestehend aus Reis, Fisch oder Hähnchen und den notwendigen Spurenelementen ist zu empfehlen. Viele ergänzen dies mit Mineralstoffen auf Algenbasis o. ä. Wichtig ist, dass der Hund während des Krankheitszustands häufig und in jeweils kleinen Portionen gefüttert wird (vielleicht nur ein Teelöffel voll je Mahlzeit). Dadurch lässt sich Übelkeit und explosionsartiges Erbrechen verhindern. Einige empfehlen eine Zugabe von Johannisbrotkernmehl, um den Mageninhalt zu binden, und Zusatz von algenbasierten Mineralstoffen zwecks Erstattung des Mineralverlusts durch Diarrhöe. An IL erkrankten Hunden wird auch Oleum neutrale viakutan zusätzlich zugeführt. Der Hund braucht eine Lebensumwelt, in der es ruhig und verlässlich zugeht und muss vor Ansteckungsgefahr durch andere Hunde geschützt werden. Es kann länger dauern, bis der Hund kuriert ist, u. U. mit zwischenzeitlich mehreren Rückfällen, aber die meisten Lundehunde werden wieder ganz gesund und leben anschließend ganz normal lange weiter. Einige Hunde standen mehrmals dicht davor, IL zu bekommen, ohne ernstlich krank zu werden.


Vorbeugung
Der NLK gibt Ratschläge, wie sich das Ausbrechen von IL vorbeugend beeinflussen lässt. Von größter Bedeutung ist, dass der Hund ein gutes, wohlgeordnetes Leben bei seinen Menschen führen kann. Diese Rasse eignet sich nicht für groß angelegte Hundehaltung im Zwinger. Der Lundehund ist abhängig davon, nahe bei seinem Besitzer zu sein und mit den Menschen, die er gern hat, zusammenzuleben.
Es wird auch unbedingt davon abgeraten, einen Lundehund kastrieren zu lassen, denn kastrierte Hunde erkranken leichter an IL. Das kann an den hormonalen Veränderungen nach der Operation liegen. Es kann aber auch durch den Stress im Zusammenhang mit diesem Eingriff verursacht werden, zumal ein Ausbruch von IL kurze Zeit nach der Kastration nicht selten ist. Ein kastrierter Rüde gibt verwirrende Signale an andere Hunde, was seinen Stress in der sozialen Umwelt erhöhen und somit wiederum zum Ausbruch von IL beitragen kann.
Ein Lundehund soll nicht übermäßig beschützt werden. Man möge ihm gerne vom Welpenalter an eine etwas variierende Kost anbieten, zwischen mehreren Sorten Trockenfutter abwechseln und gerne ein wenig Zusatzfutter und Kauknochen geben. Er darf gerne Reste des Mittagessens, besonders gekochten Fisch und Gemüse, probieren. Übertriebener Schutz vor Ansteckungsrisiko ist auch nicht angebracht; man sollte keine Angst haben, den Lundehund ein normales Hundeleben führen zu lassen, wobei er die Welt nach Hundeart erforschen und andere Hunde beschnuppern darf . Damit der Lundehund eine gute Immunabwehr entwickelt, muss er gut trainiert sein, aber nicht unterfordert oder überbelastet werden.
Im Gegensatz zu Ratschlägen, die aktuell zu lesen waren, sind bei gesunden, symptomfreien Lundehunden weder regelmäßige subkutane Zuführung von Vitamin B12 noch Blutentnahmen zwecks Bestimmung der Konzentration der Proteine im Blutserum erforderlich. Dies kann zu Stress für den Hund führen, was wiederum einen Ausbruch von IL zur Folge haben kann!

Gab es bei den Lundehunden auf den Lofoten IL?
Diese Frage wird bisweilen gestellt. Wir wissen es wohl eigentlich nicht. Es gibt Grund zu der Annahme, dass bei den Lundehunden auf Værøy eine gewisse Sterblichkeit herrschte. Auf dieser Insel gab es keinen Tierarzt, und die Lundehunde waren nützliche Arbeitstiere, die sich ihre Kost selbst verdienten. Im Krankheitsfall wurden sie sicher so gut es ging gepflegt, aber ab und an starben doch wohl Hunde wegen Krankheit, ohne dass man mit Sicherheit weiß, um welche Krankheiten es sich handelte. Eins ist sicher: Auf Væroy erhielten die Lundehunde kein Trockenfutter. Sie wurden mit Speiseresten, Fischabfällen gefüttert und versorgten sich gewiss selbst mit verwestem Fisch und toten Vögeln oder Schafen, die sie auf den Geröllhalden und am Meeresstrand fanden. Auch heute noch ist ein Lundehund, der viel frei herumlaufen darf, dazu in der Lage, sich ernährungsmäßig selbst über Wasser zu halten. Mein Lundehund Herkules wurde im letzten Frühjahr recht und schlecht zu dick durch den Verzehr von großen Wühlmäusen, die er rundum unser Gehöft gefangen hatte. Die alten Bewohner von Væroy haben stets von den Lundehunden das behauptet, was wir heute von diesen Hunden auch noch sagen, nämlich dass diese kleinen Spitzhunde sehr gesund und munter und einfach zu halten sind und dass sie das allermeiste selbst zu organisieren schaffen, sofern ihnen häusliche Geborgenheit, Aufmerksamkeit und Liebe zuteil wird.

IL und Inzucht
Die heute lebenden Lundehund-Hündinnen gebären leicht und sind gute Mütter. Gut sozialisierte Lundehund-Rüden sind gute Zuchtrüden mit gesunden Trieben. Der Lundehund ist heute eine Rasse, die sich relativ leicht züchten lässt. Früher gab es beim Lundehund einzelne Symptome für Inzuchtprobleme. Dies zeigte sich in Form von kleinen Würfen und Fruchtbarkeitsproblemen bei beiden Geschlechtern. Es gab auch Verdacht auf schlechte Immunität bei einzelnen Lundehunden, möglicherweise auch in Verbindung mit IL.
Um zu erreichen, dass der Lundehund weiterhin eine so gesunde Rasse bleibt, müssen wir auch künftig die Zucht so breit wie möglich anlegen. Das will heißen, dass möglichst viele Hunde für die Zucht eingesetzt werden sollten. Der NLK richtet deshalb an alle Besitzer gesunder Hündinnen die Aufforderung, mit diesen zu züchten. Die Besitzer gesunder Rüden werden aufgefordert, diese für Zuchtzwecke zur Verfügung zu stellen.
Es wird davon abgeraten, bei dieser Rasse Zuchtlinien zu verfolgen, und der Inzuchtquotient muss so niedrig wie möglich beibehalten werden. Als praktischer Rat gilt, dass kein Hund auf einem Fünf-Generationen-Pedigree zweimal vorkommen soll. Dieser Rat sollte auch bei Lundehunden außerhalb Norwegens befolgt werden. Ansonsten besteht die Gefahr einer Inzuchtdepression. Sofern einem ein Zuchtpartner für seinen Lundehund fehlt, ist der NLK auf Anfrage gerne behilflich; Gleiches gilt für die Klubs in den jeweiligen Ländern. Viele Züchter sind dazu bereit, ihren Zuchtrüden für Hündinnen in anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. Der Zuchtbeirat für den Norsk Lundehund in Norwegen hilft gerne bei der Vermittlung eines Kontakts mit den Besitzern geeigneter Rüden, sofern dies möglich ist.

Der Lundehund und seine Gesundheit in Zukunft
Norwegens Tierärztliche Hochschule hat in Norwegen die kenntnisreichsten Experten für die Rasse Norsk Lundehund. Hinzu kommen gute niedergelassene Tierärzte für Kleintiere in den größeren Städten, und auf Anfrage kann der NLK hinsichtlich der jeweils besten Tierärzte für diese Rasse in Norwegen Auskunft erteilen. Der NLK möchte die Forschungsarbeit, die betreffend den Lundehund und IL an der Veterinärhochschule vor einer Reihe von Jahren begonnen wurde, weiterführen. Wir wollen ferner gründlichere Aufzeichnungen über den Gesundheitszustand der in Norwegen lebenden Lundehunde vornehmen.


© Originaltext: Ingvild Svorkmo Espelien
© Übersetzung aus dem Norwegischen: Bärbel Greter-Zybarth


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Pflege:
Mit seinem kurzen, glatten Fell gehört der Lundehund zu den "pflegeleichten" Rassen. Außerdem sind meine Hunde sehr reinlich und putzen sich fast wie eine Katze. Beim Fellwechsel bürste ich einmal täglich die Unterwolle aus. Bei den Zehennägeln achte ich darauf, daß sie nicht zu lang sind, denn es besteht die Gefahr (ich spreche hier aus eigener Erfahrung), daß der Hund im Halsband oder auf Gittern hängen bleibt und sich die Zehen verletzt.
Das Fell meiner Cavalier-King-Charles-Spaniel-Hündin ist entschieden pflegeintensiver, besonders nach einem Streifzug durch Felder oder einem Waldspaziergang. Disteln, Kletten oder kleine Ästchen haften in den langen seidigen Haaren, aber Liska läßt mit großer Geduld das Bürsten und Kämmen über sich ergehen. Wichtig ist mir bei ihr auch die Ohrenpflege. Ich versuche darauf zu achten, daß keine Fremdkörper (z.B. Grannen) oder Parasiten (z.B. Zecken oder Milben) sich im Ohr festsetzen, denn das kann zu Entzündungen oder Vereiterungen führen.
Ebenso wichtig ist die Zahnpflege meiner Hunde. Schon als Welpe haben sie gelernt, daß Zähne putzen gar nicht so schlimm ist, besonders wenn die Zahncreme nach Hühnchen schmeckt. Auch spezielle Kaustreifen, die eine gewisse Reinigungswirkung haben, gibt es. Trotzdem kann Zahnstein (durch die Speichelzusammensetzung) entstehen, der dann unter Narkose entfernt werden sollte. Ein schlechtes Gebiss oder Entzündungen an Zähnen können, wenn keine Behandlung vorgenommen wird, zu Erkrankungen führen.
Was die Hunde lieben: Lange Spaziergänge oder eine kleine Fahrradtour, Agility, Ball-Frisbee-Stöckchen-Spiele, im Wasser planschen (Liska schwimmt gerne und apportiert Stöckchen aus dem Wasser), Fährtensuche und natürlich - Mäuse jagen! Jeder meiner Hunde hat seine Vorlieben denen ich nach Möglichkeit gerecht werden möchte.
Kleine Tips für Welpenbesitzer
1. Bauch und Blase vor Kälte schützen wegen Blasenentzündungen
2. Nach dem Füttern und nach dem Schlaf die Welpen gleich rausbringen damit sie ihr Geschäft verrichten können und sich an Regelmäßigkeit im Tagesablauf gewöhnen.
3. Futter einweichen und etwas Magerquark – Joghurt oder Hüttenkäse untermischen (ab der 6.Woche) Nichts aus dem Kühlschrank füttern.
4. Eine Impfung braucht 14 Tage bis die Immunisierung erfolgt ist.
5. Beim Spiel die Hunde nicht mit den Zähnen zerren lassen, denn der Kiefer ist noch so weich, dass sich das Gebiss verformen kann.
6. Manche Lundehunde haben etwas tränende Augen, das ist normal. Bitte nicht versuchen Tränenkanal durchstechen zu lassen, manche Lundis haben keinen Tränenkanal.
7. Treppen steigen sollte vermieden werden wegen der noch weichen Gelenkknochen.
8. Das Bürsten, Ohren - oder Zähne anschauen üben.
9. Mit einem halben Jahr können Zeckenmittel eingesetzt werden. Leider ist eine Impfung nur gegen Borreliose möglich, nicht gegen Hirnhautentzündung. Wird der Hund gewaschen verliert ein Zeckenmittel, das man aufgetragen hat einen Teil seiner Wirkung.
10. Darauf achten, dass der Hund keine giftigen Pflanzen anknabbert.
11. Die Entwurmung sollte regelmäßig erfolgen, besonders dann, wenn der Hund in Feld und Wald alles frisst was er findet.
VERSCHIEDENES
Der Lundehund als Gebrauchshund ???
Nachdem diese Frage an mich gestellt wurde habe ich mich beim VDH informiert. Antwort: Die Rasse der Lundehunde ist nicht berechtigt in der Gebrauchshunde-Klasse zu starten.

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